OpenBiz: Digitale Souveränität für NPOs nach dem FOSS-Prinzip
OpenBiz versteht sich als digitale Open-Source-Plattform für Non-Profit-Organisationen, und Gewerbe, die konsequent dem FOSS-Gedanken (Free and Open Source Software) folgt. Im Zentrum stehen Transparenz, Offenheit und technologische Selbstbestimmung – Prinzipien, die für gemeinwohlorientierte Organisationen essenziell sind.
Transparenz und technologische Unabhängigkeit
Als Open-Source-Plattform gewährleistet OpenBiz vollständige Nachvollziehbarkeit des Quellcodes, offene Schnittstellen und gemeinschaftsgetriebene Weiterentwicklung. Dadurch entsteht technologische Unabhängigkeit von proprietären, monopolartigen Plattformökosystemen.
Für NPOs bedeutet das:
- Keine strukturelle Abhängigkeit von Big-Tech-Anbietern
- Keine Lock-in-Effekte durch proprietäre Datenformate
- Nachhaltige, überprüfbare und anpassbare Software
- Entwicklung entlang gemeinwohlorientierter Anforderungen statt rein ökonomischer Skalierungslogiken
Gerade im Non-Profit-Sektor, der auf Stabilität, Vertrauen und langfristige Planbarkeit angewiesen ist, stärkt diese Architektur die Resilienz – insbesondere in Krisensituationen oder bei regulatorischen Veränderungen.
Strukturelle Herausforderungen für Open Source
Trotz seiner gesellschaftlichen Relevanz bleibt FOSS – und damit auch Plattformen wie OpenBiz – politisch unterfördert. Aktuelle Entwicklungen zeigen:
EU-Fördermittel verschieben sich stark in Richtung KI-zentrierter Programme, während nachhaltige Open-Source-Infrastrukturen weniger systematische Unterstützung erhalten.
Lobbystrukturen grosser Technologieunternehmen dominieren regulatorische Prozesse.
Regulierungen wie der Cyber Resilience Act (CRA) können kleinere, nicht-profitorientierte Entwicklungsteams unverhältnismässig belasten – insbesondere wenn sie ehrenamtlich oder community-basiert arbeiten. Hinzu kommen steuerrechtliche Hürden, etwa die fehlende explizite Anerkennung von Open-Source-Entwicklung als gemeinnützig in Deutschland. Dies erschwert nachhaltige Finanzierungsmodelle und institutionelle Förderung. Für OpenBiz bedeutet das: Die strukturellen Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass gemeinwohlorientierte digitale Infrastrukturen nicht benachteiligt werden.
Digitale Souveränität statt Plattformabhängigkeit
OpenBiz setzt bewusst auf:
- „Public Money, Public Code“ als Leitprinzip
- Föderierte und offene Standards (z. B. ActivityPub)
- DSGVO-konforme Architekturen
- Den bewussten Verzicht auf nicht-transparente Big-Tech-Stacks
- Ziel ist eine digitale Infrastruktur, die Vereinen und Verbänden echte Datensouveränität ermöglicht – einschliesslich Hosting-Optionen, kontrollierbarer Integrationen und offener Schnittstellen.
- Digitale Selbstbestimmung wird damit nicht nur technisch, sondern auch strategisch abgesichert.
Politische Verantwortung und Community-Vernetzung
Die langfristige Sicherung offener digitaler Infrastrukturen erfordert politisches Engagement. Regulatorische Entwicklungen wie Einschränkungen beim Sideloading oder strukturelle Abhängigkeiten von proprietären App-Ökosystemen können offene Modelle faktisch behindern. OpenBiz steht daher nicht nur für eine Softwarelösung, sondern für eine digitale Haltung:
- Schutz und Ausbau digitaler Grundrechte
- Erhalt von Verschlüsselung und offenen Standards
- Enge Verzahnung von Entwickler:innen, Aktivist:innen und Organisationen
- Aufbau belastbarer Netzwerke innerhalb der Digital-Rights-Community
- Nur durch stärkere Kooperationen, Synergien und strukturelle Unterstützung kann digitale Teilhabe langfristig gesichert werden.
Fazit
OpenBiz verkörpert den FOSS-Gedanken in einem klaren Anwendungskontext: der Digitalisierung von NPOs, Verbänden und Vereinen.
Es geht nicht um kurzfristige Effizienzmaximierung, sondern um nachhaltige, transparente und souveräne digitale Infrastrukturen. Offenheit ist hier kein technisches Detail, sondern ein demokratisches Prinzip