MCP auf dem Weg in die Produktion: Anthropic-Keynote skizziert das Agenten-Jahr 2026 — OpenBiz setzt die Vision bereits um
Auf der AI Engineer Europe Conference hat David Soria Parra, Mitglied des technischen Stabs bei Anthropic und Mit-Erfinder des Model Context Protocol (MCP), in seiner Keynote "The Future of MCP" dargelegt, wie sich die Landschaft für KI-Agenten im Jahr 2026 verändert. Seine Kernthese: Nach einer Explorationsphase im Jahr 2025 wird 2026 das Jahr, in dem Agenten in die Produktion gehen. StartupHub.ai Was in Berlin als Zukunftsvision präsentiert wurde, ist bei der Schweizer Business-Software-Plattform OpenBiz bereits gelebte Praxis.
Rasantes Wachstum des Ökosystems
Soria Parra zeichnete die Entwicklung von MCP über die vergangenen 18 Monate nach — von einem reinen Spezifikationsdokument zu einem ausgereiften Ökosystem. Das Protokoll verzeichnet inzwischen über 110 Millionen SDK-Downloads pro Monat StartupHub.ai und unterstützt Hunderte von Clients und Tausende von Servern über eine einzige Spezifikation StartupHub.ai.
Zu den wichtigsten Meilensteinen gehören die Open-Source-Veröffentlichung im November 2024, die Einführung von Remote-Server-Funktionalität im März 2025, Authorization-Mechanismen im Juni 2025, Elicitation-Primitives im September 2025, Task-Management im Dezember 2025 sowie der Launch von MCP-Apps im ersten Quartal 2026.
Der Connectivity Stack 2026
Zentrales Thema der Keynote war das Zusammenspiel dreier Bausteine, die Soria Parra als "Connectivity Stack" bezeichnet: Skills als wiederverwendbare Domänen-Anweisungen, MCP als integrationsprotokollierende "connective tissue" mit Semantik und Governance, sowie CLI- und Computer-Use-Zugriffe für bestehende Systeme. StartupHub.ai Moderne Agenten würden alle drei Ebenen kombiniert einsetzen, statt sich auf einen einzelnen Ansatz zu stützen.
Neue technische Konzepte
Als wichtige Weiterentwicklungen nannte Soria Parra unter anderem Progressive Discovery — ein Muster, mit dem Tools erst bei Bedarf geladen werden, um Kontext-Last und Ressourcenverbrauch zu reduzieren Frank's World. Ausserdem rückt Programmatic Tool Calling in den Fokus, bei dem komponierte Aufrufe Latenzen senken und strukturierte Outputs eine nahtlose Integration ermöglichen sollen Frank's World.
OpenBiz: MCP bereits produktiv im Schweizer KMU-Einsatz
Während viele Unternehmen noch evaluieren, hat OpenBiz — die Schweizer KI-integrierte Business-Software-Plattform für KMU — MCP bereits tief in den Geschäftsalltag integriert. Das OpenBiz-LLM-System nutzt das Protokoll in drei sich ergänzenden Anwendungsfeldern und zeigt damit exemplarisch, was Soria Parra für 2026 prognostiziert hat.
1. Claude Code als Entwicklungs- und Administrations-Cockpit
Im Kern des OpenBiz-Setups steht ein MCP-Server, der direkt innerhalb der OpenBiz-Plattform läuft. Entwickler und Administratoren verbinden Claude Code(oder andere) per MCP-Key mit dem laufenden System — und können dann in natürlicher Sprache Kundendaten abfragen, Datensätze bearbeiten, Module warten oder komplexe Auswertungen fahren, ohne zwischen Terminal, Datenbank-Client und Web-Oberfläche wechseln zu müssen. Ein Administrator kann beispielsweise formulieren: „Zeig mir alle offenen Kundenrechnungen über 5'000 Franken aus diesem Quartal" — und erhält die Antwort samt Kontext direkt im Chat.
2. Telegram-Bridge für mobilen Zugriff auf Geschäftsdaten
Die zweite Ausbaustufe bringt OpenBiz aufs Handy — ohne eine separate App oder ein VPN zu benötigen. Über eine Telegram-Bridge (oder andere), die auf dem OpenBiz-Server läuft und sich mit Claude Code sowie dem MCP-Server verbindet, können Mitarbeitende unterwegs direkt mit ihren Geschäftsdaten interagieren. Der Aussendienst fragt vor dem Kundentermin kurz nach offenen Posten, der Geschäftsführer lässt sich Umsatzzahlen zusammenfassen, der Buchhalter prüft unterwegs den Zahlungseingang. Der Zugriff erfolgt dabei streng über die in OpenBiz hinterlegten Benutzerrechte — MCP sorgt hier für die von Soria Parra betonte Governance über Systemgrenzen hinweg.
3. RAG-Wissensdatenbank als Unternehmensgedächtnis
Die dritte Säule ist die tief integrierte RAG-Wissensdatenbank (Retrieval Augmented Generation) auf Basis des Apexive-LLM-Stacks mit pgvector. Unternehmen laden Angebotsvorlagen, Preislisten, Rahmenverträge, technische Handbücher und Produktunterlagen in die OpenBiz-Wissensdatenbank — und können diese dann über den KI-Chat durchsuchen. Die Kundenberaterin fragt „Was haben wir der Firma Müller letzten Frühling für ähnliche Projekte offeriert?" und erhält eine fundierte Antwort mit Quellenangaben direkt aus den eigenen Dokumenten. Durch die MCP-Anbindung kann dieses Wissen nicht nur innerhalb von OpenBiz, sondern auch in Claude Code oder über die Telegram-Bridge abgerufen werden.
Schweizer Datenschutz als Designprinzip
Besonders für den Schweizer Markt relevant: OpenBiz erlaubt die freie Wahl des KI-Anbieters pro Einsatzbereich. Sensible Daten können über eine lokale Ollama-Instanz verarbeitet werden, weniger kritische Aufgaben nutzen leistungsstärkere Cloud-Modelle wie Anthropic Claude oder OpenAI. DSGVO/DSG-Konformität sind Standard. Genau diese Flexibilität, die Soria Parra als Stärke des offenen MCP-Ökosystems hervorhob, wird bei OpenBiz zum konkreten Wettbewerbsvorteil für KMU mit hohen Compliance-Anforderungen.
Enterprise-Fokus und Ausblick
Für die kommenden Monate sind laut Soria Parra Verbesserungen bei asynchronen Tasks, ein zustandsloses Transport-Protokoll sowie neue Cross-App-Access-Funktionen für den Enterprise-Einsatz geplant. Ergänzend werden experimentelle Erweiterungen wie "Skills over MCP" erprobt. Flankierend bleibt MCP nach Aussage des Anthropic-Entwicklers bewusst fokussiert: Observability gehört zu OpenTelemetry, Identity zu dedizierten Projekten, Governance zu den Control-Plane-Schichten oberhalb des Protokolls. Futurum Group
Sein Fazit: 2026 dreht sich alles um Konnektivität — die besten Agenten werden jede verfügbare Methode nutzen. Eine Vision, die bei OpenBiz bereits Realität ist. Schweizer KMU, die den Sprung in die produktive KI-Nutzung wagen wollen, finden bei OpenBiz die passende Infrastruktur — mit integriertem MCP-Server, flexibler Anbieterwahl, lokaler Datenhoheit und einer einzigen Plattform für ERP, CRM, Buchhaltung und KI.